Träumen darf man oder?


von tanja

Ein Traum wird Wirklichkeit...

Es ist ein Korsett, das uns das Leben schwer macht. Damit meine ich nicht das Korsett eines engen Kleides, sondern das Korsett des Lebens, in dem nicht Wenige gefangen sind. Wie in einem Hamsterrad sieht man auf die Welt, und das Hamsterrad erscheint ja auch schön, wenn man nichts Anderes kennt oder? Ich zitiere eine sehr liebe Mitarbeiterin von mir und Freundin: "Ein Hamsterrad sieht von innen auch aus wie eine Karriereleiter." Genau das, bringt was ich sagen will zum Ausdruck. 

Wir leben in einer Welt von aufoktroyierten Strukturen, die es langsam aber sicher zu durchbrechen gilt. Es ist eine Welt voller Schönheitsidealer, Karrierepläne und vorgefertigten Ideen. Weicht man von der Norm ab, gilt man als 'hässlich' und 'dick' oder beruflich als 'gescheitert' oder 'erfolglos'. Vor Kurzem habe ich gehört: Selbst schuld, wenn man man als gut ausgebildete Akademikerin so ein Geschäftsmodell verfolgt... nicht mich betreffend, aber nicht minder schockierend.

Daraufhin meine Frage: Darf man träumen? Offenbar solange man innerhalb der Norm bleibt. Zumindest, wenn man gesellschaftlich angesehen bleiben will. Aber es ist es nicht so, dass gerade die, die träumen können, erfolgreicher sind? Und gehört nicht auch Scheitern zum persönlichen Erfolg? Wäre ein Frank Stronach ein Frank Stronach geworden, hätte er seine Firma geerbt? Es sind die Träumer, die die Welt verändern. Menschen, die über eine Vorstellungskraft verfügen und gleichzeitig den Mut besitzen, ihre Träume zu verwirklichen. Es sind nicht die, die 9 to 5 im Büro sitzen und ihre Arbeit 'abklopfen'. Das ist die Sicherheitsvariante, aber für die meisten nicht der Weg zum Glück. 

Auch Träumer gibt es sicher viele, die Portion Mut oder aber auch der Mangel an Ressourcen hindert viele Träume daran Wirklichkeit zu werden. Schließlich ist es auch das besagte gesellschaftliche Korsett, das uns daran hindert unsere Träume umzusetzen. Schon als Kind hören wir: "Was G'scheites werden soll aus dir." Tüchtig sollst du sein und möglichst "normal" aussehen!". Die Schule zwängt uns also nicht weniger in ein straffes Korsett bestehend aus Leistungsdruck und dem damit verbundenen 'Image' bei Schulkollegen. Auch auf der Uni wird es nicht unbedingt besser. Was wird schon aus einem leistungsschwachen Jusstudenten... Die Schulbildung bildet nicht selten die Basis für unser späteres Denken.

Unsere Denkmuster befinden sich dadurch ebenfalls in einem gesellschaftlichen Korsett. Um es mit Bordieus Milieutheorie zu sagen: symbolisches Kapital zählt. Herr und Frau Doktor - das müssen wirklich g'scheite Leute sein oder?! Die gesellschaftlich anerkannten Berufe werden dadurch für alle erstrebenswert. Wer will nicht Anwalt sein oder Arzt?! Wer dagegen Friseur oder Bäcker? Dinge, die niemand ausspricht, aber die nunmal so sind. Die meisten von uns wollen das Korsett auch gar nicht ausziehen. Sie fühlen sich in Sicherheit wohl. Es belastet sie nicht, sie wollen auch gar nicht "ausbrechen". Und wenn sie es wollen, sind sie zu schwach... 

Viele Menschen hätten das Potenzial etwas auf die Beine zu stellen. Dennoch hindern Selbstzweifel wie "Wer wird mich schon ernst nehmen?" oder "Warum sollte gerade ich das machen?" die Umsetzung.  Es ist eine Frage der Willenskraft und auch ein bisschen eine Frage des Glücks. Glück braucht man wohl immer im Leben und auch ein bisschen Vertrauen darauf, glücklich zu werden.

Die Wahrheit ist: Nicht das zu machen, was man gerne tut führt unweigerlich zu einer Bruchlandung. Wir alle haben Träume, die es zu verwirklichen gilt. Wir werden nicht Anwalt, weil Papa das gerne hätte, sondern weil wir es wollen. Nur das, was man selbst auch wirklich will, kann letztendlich auch wirklich gut werden. 

Leider gilt wohl das Sprichwort Rêver, c'est le bonheur ; attendre, c'est la vie in der Realität zu häufig: frei übersetzt:

Das Leben ist das, was passiert, während man auf etwas anderes wartet. 

Ich für meinen Teil habe warten immer schon gehasst, wie geht es Ihnen? 

Was bei mir in nächster Zeit passieren wird, gibt es demnächst hier zu lesen. Ich schicke voraus: Das Warten hat ein Ende.

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